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 Biografie

 

Ich wurde am 01.Oktober 1993 in Prien am Chiemsee als drittes Kind in die wunderbarste Familie der Welt geboren. Heute habe ich zwei Brüder und vier Schwestern. Aufgewachsen bin ich eigentlich auf einem Bauernhof und meine ganze Kindheit lang war Musik allgegenwärtig, aber nicht in meinem Bewusstsein; ich sang zu jeder Tages- und Nachtzeit und da ich in einer christlich gläubigen Familie aufgewachsen bin, lief immer irgendwo Musik, die mein Vater Sonntags in der Kirche spielte – ich bin mit Gospelchören, Hillsong United und vielen christlichen Songwritern großgeworden. Ich erinnere mich aber auch, dass zu Hause Whitney Houston, Sting und später auch Michael Bublé und Co. liefen.

Zu Beginn der zweiten Klasse sind wir umgezogen – in das Haus, in dem meine Eltern heute noch wohnen. Das ist für mich Heimat. Hier habe ich mit Geigenunterricht angefangen – mein bester Freund konnte Geige spielen und ich war immer wahnsinnig beeindruckt; also wurde hier der Grundstein gelegt. Ich habe das meiste, was ich über Musik weiß und wie ich Musik wahrnehme und fühle, hier in Worte fassen können und Noten lesen gelernt.

Ab der fünften Klasse besuchte ich ein Musikgymnasium in Rosenheim/Oberbayern. Ein Jahr später tauschte ich Geigen- gegen Klavierunterricht, den ich aber gehasst habe, sobald es Noten gab – ich hatte nie die Motivation, die Stücke zu spielen, die ich spielen musste, ich wollte immer andere Sachen können. Daran lag es wohl auch, dass ich mich lange Zeit nicht für Musik interessiert habe – es war ein MUSS und ich wollte nicht.

Ab der neunten Klasse bekam ich klassischen Gesangsunterricht, sang also Kunstlieder und Arien. Auch hier bin ich durch eine Freundin an meine Lehrerin geraten, die heute wie eine zweite Mama für mich und meine Kunst ist. So schnell es ging wurde ich den Klavierunterricht los – von da an spielte ich wieder gerne Klavier, aber mein Vater brachte mir nun bei, die Songs aus der Kirche zu spielen – da gab es nur Leadsheets mit Akkordsymbolen, die mir am Anfang gar nichts sagten, aber das war später der Schlüssel zu allem. Ich habe diese Songs stundenlang gespielt und irgendwann konnte ich von jeder Tonart in jede andere wechseln, Akkorde aneinander bauen und alle Songs miteinander verbinden. Was mein Vater mir in einer halben Stunde erklärt hat, sollte für mich wichtiger sein, als 5 Jahre Klavierunterricht, denn ich begann, selber Akkordfolgen zu basteln und Melodien zu komponieren.

Mein Abitur machte ich noch mit der Arie No.9 aus “Die Schöpfung” von Haydn – ein Stück, dass ich heute unmöglich so singen könnte wie damals, denn ich traf nach diesem Konzert eine Entscheidung: Ich liebte Arien, aber ich wollte auf keinen Fall klassischer Sänger werden. Ich war mittlerweile in 3 Chören gleichzeitig aktiv und bekam eine Talentförderung von der städtischen Musikschule. Alle rieten mir, Opernsänger zu werden, aber ich wollte anders Musik machen, und den Menschen dabei zeigen, warum ICH derjenige bin, der ihnen gerade etwas vorsingt, dem sie zuhören, und nicht irgendein anderer. Ich wollte etwas machen, was anderen den Grund gibt, mir zuzuhören – und das einzige, was mir einfiel, war, selbst Songs zu schrieben – alles andere kann man ja irgendwo anders her beschaffen. Also machte ich einen Schnitt, schmiss den Gesangsunterricht, jobbte ein Jahr lang im Supermarkt an der Kasse und versuchte parallel, den klassischen Klang meiner Stimme zu verändern und einen Pop-Sound zu entwickeln.

Dabei wurde mir der Glaube, den mir meine Eltern vorgelebt haben, sehr wichtig. Vertrauen zu haben, das wurde für mich zur größten Waffe, die ich in diesen neuen Lebensabschnitt mitgebracht habe. Egal, ob jemand daran glaubt oder nicht – für mich war das entscheidend. Die wenigsten schreiben genau eine einzige Bewerbung, setzen alles auf eine Karte, ohne auch nur einen Plan B zu haben. Aber das war wichtig für mich und ich habe den Platz bekommen. Zur Aufnahmeprüfung habe ich den ersten Pop-Song aus meinen Eigenkompositionen gespielt, der sich meiner Meinung nach so schimpfen darf.

Mit 21 begann ich das Pop-Gesang-Studium in Osnabrück und lernte dort meine Band kennen. Ich wurde Lucas Newman und begann nun, mich ausschließlich mit den Dingen zu beschäftigen, die ich machen wollte. Wie lange ich das machen kann und wohin dieser Weg mich führt, weiß ich nicht. Ich hatte nie das Gefühl, unbedingt etwas erreichen zu müssen, obwohl ich immer das Bedürfnis habe, das Beste aus dem zu machen, was vor mir liegt – so wurde ich erzogen. Das Studium war für mich vor allem deshalb wichtig, weil man sich sehr stark mit sich selbst als Person beschäftigt – ich habe mich selbst anders kennengelernt und Seiten an mir entdeckt, die vorher keine große Rolle gespielt haben.

Ich bin immer noch derjenige aus meiner Band, der eben die klassischen Komponisten kennt und keine Ahnung von den Albentiteln von Pink Floyd hat – ich verliere wahrscheinlich jedes Songraten und jedes historische Popmusik-Quiz gegen die meisten Studenten. Aber ich habe einen Weg gefunden, das zu sagen, was ich sagen möchte – und genau das war mein Ziel. Insofern war mein Studium vielleicht ein bisschen anders, als das der meisten Kollegen aus dem Studiengang, aber genau darum geht es: Ein Künstler zu sein, und nicht irgendeiner, sondern jemand, dem man gerne zuhört. Ich hoffe, dass ich das erreicht habe und immer weiter darin wachse und vielen Leuten aus der Seele sprechen kann mit dem, was ich tue – irgendwie suchen wir ja alle nach so einem Sinn im Alltag und nach unserer Identität, aber gerade weil ich glaube, viele Fragen für mich selbst beantwortet zu haben, weiß ich, dass es Menschen gibt, die mir zuhören und sich mit mir gemeinsam den Fragen stellen, die das Leben so bereithält.

Ich bin ganz sicher immer noch derselbe wie damals, als ich noch im Haus meiner Eltern Geige gespielt habe. Aber manches an mir ist besser ausgeprägt und anderes habe ich vernachlässigt, weil mir diese Dinge im Laufe der Zeit unterschiedlich wichtig geworden sind. Ich bin derselbe – nur eben anders und sicherlich mehr ICH, als vorher. Außerdem bin ich heute 23. So viel kann ich gar nicht kapiert haben; das Leben liegt ja noch vor mir. Aber ich setze alles daran, das Beste draus zu machen.

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